Information rundum´s Feuer

Im Gegensatz zu den fossilen Brennstoffen wie Öl und Kohle hat Holz den enormen Vorteil, dass bei der Verbrennung nur genau so viel Koh- lendioxid abgegeben wird, wie der Baum während seines Wachstums aus der Atmosphäre aufgenom- men hat. Genau so ist die Energie, die durch die Verbrennung freigesetzt wurde, in etwa vergleich- bar mit der Sonnenenergie, die der Baum wäh- rend des Wachstums gespeichert hat. Das Kohlen- dioxid, das bei der Verbrennung freigesetzt wurde, wird wiederum von den Bäumen aufgenommen und gebunden, der Kreislauf beginnt von vorn. Ein Kubikmeter Holz gibt — ganz gleich ob durch Verrottung oder Verbrennung — etwa 915 kg CO, an die Atmosphäre ab. Das ist die gleiche Menge, die beim Wachstum aufgenommen wurde. Bei nachhaltiger Nutzung ist das Heizen mit Holz also CO2-neutral. Stammt das Brennholz allerdings nicht aus der unmittelbaren Umgebung oder zumindest aus der Region, wird das durch den Transport ad absurdum geführt.

Nachwachsender Rohstoff

Obwohl die Nachfrage nach Holz immer größer wird, wächst mehr Wald nach als abgeholzt wird. Etwa ein Drittel der gesamten Fläche Deutsch¬lands ist von Wald bedeckt. Das sind laut der letzten Bundeswaldinventur rund 11,4 Millionen Hektar, etwa 50.000 davon sind in den letzten zehn Jahren hinzugekommen. Wenn man nun etwa 330 Kubikmeter nutzbares Holz pro Hektar veranschlagt, hat Deutschland eine Reserve von mehr als 3,7 Milliarden Kubik¬metern und liegt damit in Europa auf einem Spit¬zenplatz. Es ist die Aufgabe der Forstverwaltung, dafür zu sorgen, dass höchstens so viel Nutzholz geschlagen wird, wie gleichzeitig nachwachsen kann. Auf die Gesamtfläche bezogen sind das etwa 120 Millionen Kubikmeter im Jahr.

Sortenvielfalt

Wenn sie ausreichend getrocknet wurde, ist so gut wie jede Holzsorte als Brennstoff geeignet. Es zeigen sich jedoch bei der Verbrennung deut-liche Qualitätsunterschiede, denn der Heizwert ist unmittelbar von der Dichte abhängig. Auch das Flammenbild ist von Sorte zu Sorte unter-schiedlich. Birkenholz etwa produziert ein optisch gleichmäßiges Spiel der Flammen und kaum Fun-kenflug, damit ist es sehr gut für offene Kamine geeignet. Bei Eiche ist das Flammenbild nicht so ansprechend, die Brenndauer ist dafür deutlich höher. Ein wahres Allround-Talent ist Buchen-holz: Es gibt gleichmäßig und relativ lange viel Wärme ab und entwickelt bei der Verbrennung viel Glut. Nadelhölzer wie Tanne oder Fichte sind aufgrund des starken Funkenflugs allerdings nicht für offene Kamine geeignet. In allen anderen Vari-anten sind sie jedoch gutes Anfeuerholz: Sie ent-zünden sich leicht, brennen schnell und erzeugen dabei viel Hitze.

Richtig trocknen

Damit Holz seiner Rolle als ein umweltfreundli-cher und preisgünstiger Brennstoff gerecht wird, muss es erst ordentlich getrocknet werden. In frisch geschlagenem Zustand besteht es es noch zu rund 50 % aus Wasser. Bei idealen Lagerbe-dingungen mit viel Sonnenlicht und Zugluft sind davon nach einem Jahr noch zwischen 15 und 20 Prozent übrig, das Holz gilt als lufttrocken und ist zum Heizen geeignet. Für die Ermittlung der so-genannten Restfeuchte gibt es im Fachhandel spe-zielle Messgeräte. Abhängig von der Sorte kann es sogar bis zu drei Jahre dauern, bevor das Holz den richtigen Grad an Restfeuchte erreicht hat.

Verbrennen und entsorgen

Die Asche, die nach der Verbrennung zurückbleibt, gibt Auskunft darüber, ob der Verbrennungspro-zess ordnungsgemäß abläuft, ohne Gesundheit und Klima unnötig zu belasten. Weiße Asche ohne größere Rückstände ist das Ergebnis aus or-dentlichem Brennstoff und einer gut gewarteten, effizienten Feuerstelle. Sollten sich in der Asche größere, nicht verbrannte Teile befinden, deu-tet das auf ein Problem hin. Auch dabei können Bezirksschornsteinfegermeister und Ofenbauer hilfreich zur Seite stehen. Die Entsorgung der Res-te geschieht, wenn sie abgekühlt und vollständig erloschen sind, einfach über den normalen Haus-müll. Noch besser ist es jedoch, wenn möglich, die mineralhaltigen Reste als Dünger im Garten zu verwenden. Grundsätzlich gilt dabei allerdings, so wenig Staub wie möglich zu produzieren. Der kann beim Einatmen in die Lunge gelangen und die Gesundheit beeinträchtigen.

Scheitholz-Alternativen

"Neben klassischem Scheitholz lässt sich der nach-wachsende Brennstoff auch in anderen Varianten wie Holzbriketts oder Pellets nutzen. Im landwirt-schaftlichen Bereich sind häufig auch noch Holz-schnitzel-Heizkessel zu finden. Sowohl Briketts als auch Pellets bestehen aus gepressten Holzspänen, die in der Forstwirtschaft und der holzverarbei-tenden Industrie als Abfallprodukt angefallen sind. Ein Vorteil ist, dass sie nicht erst getrocknet werden müssen, da sie einen konstant niedrigen Feuchtigkeitswert aufweisen. Holzbriketts lassen sich einfach anstelle von Scheitholz einsetzen, Pel-lets erfordern einen speziellen Heizeinsatz.

KAMINÖFEN RICHTIG ANHEIZEN:

  • Öffnen Sie die Primär- und Sekundär­luftzufuhr.
  • Legen Sie zwei bis drei Anzündwürfel auf den Rost oder auf die dafür vorge­sehene Kassette und schichten Sie dar­auf Anmachholz, d.h. Reisig oder kleine Holzstücke.
  • Entzünden Sie die Würfel und lehnen Sie die Feuertür zunächst nur an, damit die Rauchgase nicht gleich am Glas kondensieren können. So vermeiden Sie, dass die Sichtscheibe schnell be­schlägt.
  • Schließen Sie die Tür, sobald sich das
  • Legen Sie nun Holz nach.
  • Öffnen Sie zum Nachlegen von Brenn­stoff die relativ große Tür vorsichtig, damit Sie durch die Sog-Wirkung keine Rauchgase in den Wohnraum ziehen.
  • Legen Sie nur soviel Brennstoff auf, wie in der Bedienungsanleitung angege­ben wird.
  • Hat sich das Holz entzündet und brennt problemlos, schließen Sie die Primärluft stufenweise nur so weit, dass sie noch „lebhafte Flammen" beobachten kön­nen.